Es ist inzwischen eines der Dauerbrennerthemen - die Energiewende. Doch nicht wegen der Dringlichkeit, mit der die Wende kommen muss, sondern weil sie angeblich unbezahlbar ist. Was aber sind die Kosten, und welche davon gehen auf ihr Konto?

Ein aktueller Film, dessen Rohmaterial sogar unter einer OpenSource-Lizenz freigegeben wurde, zeigt in 90 Minuten eine andere Sicht der Dinge, als sie uns von verschiedenen Stellen weißgemacht werden soll. Er zeigt die Folgen, die die angeblich unumgänglich nötigen Entscheidungen für die heimische Wirtschaft und den Standort Deutschland bedeuten. Nicht für die großen Konzerne, sondern für den Mittelstand. Die Großunternehmen bringen sich immer irgendwie durch, wenn nicht in Deutschland, dann anderswo. Der Mittelstand aber, der knapp 66% der Arbeitsplätze stellt und große Innovationskraft besitzt, wird durch die Entscheidungen massiv unter Druck gesetzt. Nicht selten gehen Firmen in die Insolvenz und werden dann für einen Spottpreis an ausländische Investoren verkauft. Und mit ihr auch der Wissensvorsprung, der uns unseren Lebensstandard garantiert. Doch man hört nur die Stimmen der von großen Unternehmen bezahlten Interessensvertretern.

Was soll also geschehen? Die Energiewende muss meiner Ansicht nach umso tatkräftiger Vollzogen werden. Die Kontrolle des Strommarkts wird den großen Konzernen entzogen, was ihnen natürlich nicht passt, da sie Marktmacht und Gewinn verlieren. Doch was ist fairer und sozialer, als wenn der Verbraucher selbst (mit-)bestimmen kann, was er für die von ihm verbrauchte Energie bezahlt und sich nicht Jahr für Jahr anhören möchte, wieviel Milliarden Eon und Co. Gewinn machen, auf der anderen Seite aber unentwegt lammentieren.

Jeder kann dazu beitragen, dass Energie bezahlbar bleibt - und das völlig ohne Einschränkungen: Strom sparen! Die zur Hochrechnung der scheinbar achso riesigen Mehrkosten herangezogenen Verbrauchszahlen sind zwar der deutsche Durchschnittsverbrauch, enthalten aber auch sinnlose Verschwendung in Form von Standby, unnötiges Licht etc. Deren Einsparpotential ist bedeutsam, ohne dass die Lebensqualität leiden würde.

Man sollte einfach nicht alles (unreflektiert) glauben, was einem so tagtäglich vorgesetzt wird. Die "Wahrheit" liegt meist in der Mitte. Doch um die Mitte erkennen zu können, muss man die Extrempositionen kennen!