Schon wieder steht eine neue Preisrunde beim Strom ins Haus. Anfang 2011 wollen die Anbieter die Preise wiederum um bis zu knapp 10% erhöhen. Dabei ist die Argumentation "der Ökostrom ist an der Preiserhöhung schuld" schlichtweg falsch. Die letzten 2 Jahre sind die Großhandelspreise um 20% gesunken!


Dahinter scheint eine klare Masche zu stehen. Der Umbau von konventionellen Energieträgern auf Regenerative Energien soll torpediert werden. Meiner Meinung nach ist der Hauptgrund der Oligopolverlust, der bei der damit einhergehenden Dezentralisierung droht. Dabei wird nichts weniger riskiert, als ein potentieller, dramatischer Klimawandel, der durch dieses Verhalten eventuell massiv verstärkt wird. Dabei wäre es überaus logisch, warum wir sofort Gegenmaßnahmen einleiten sollten - unabhängig, ob eine Klimakatastrophe droht oder nicht!


Man sollte sich auch fragen, warum diese Situation so überhaupt zustande kommen kann - eigentlich haben wir ja einen freien Strommarkt und sogar eine Strombörse, die - so die äußerst einfache Annahme - zum jeweiligen marktgerechten Preis führen soll. Doch es bestehen größte Zweifel daran, dass eine sich de facto selbst nkontrollierende Börse für alle Marktteilnehmer (Produzenten und Konsumenten) optimal verhält. In Leipzig werden pro Jahr ca. 4540 TWh Strom gehandelt. Der Bedarf in Deutschland liegt bei 540 TWh. Es wird also die 8,4-fache Menge an Strom gehandelt, die wirklich benötigt wird. Da drängt sich der Gedanke fast schon auf, dass über Scheingeschäfte der Preis künstlich hoch gehalten wird, was auch die EU-Kommision schon hat hellhörig werden lassen. 90% des Handelsvolumens werden nicht kontrolliert, befinden sich also in einer unbekannten Grauzone, die zum Manipulieren geradezu einlädt. Ein ähnlicher Skandal wurde vor kurzem in den USA aufgedeckt. Und auch über künstliche Stromverknappung scheint ein angewandtes Mittel zu sein, um den Preis hoch zu halten. Und für hohe Gewinne scheint fast jedes Mittel recht zu sein.

Was kann man als Verbraucher sofort dagegen tun, ohne langwierige Verfahren abzuwarten? Wechseln! "Nur" 400 von 1000 Anbietern in Deutschland wollen den Preis erhöhen. Nicht der Einzelne hat Gewicht; Doch wenn viele Verbraucher sich kollektiv für's Wechseln entscheiden, müssen auch die 4 großen Konzerne reagieren.

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