OpenOffice hat sich in den letzten 10 Jahren zu dem Konkurrenten von Microsofts Officepaket gemausert. Zum 10-jährigen Jubiläum trennten sich jedoch viele Entwickler von OpenOffice, um mit dem "geforkten" Quellcode unter dem Namen LibreOffice weiter zu machen.


Die Gründe dieser Abspaltung sind hauptsächlich dem Wunsch nach Unabhängigkeit der Büropakets von einer privaten Firma geschuldet. nNach der Übernahme von Sun durch Oracle gelangte auch die OpenOffice-Abteilung unter neue Fittiche. Allerdings war die Kommunikation und Mitarbeitsmöglichkeit für die teils von anderen Firmen  wie Novell, Red Hat oder Google bezahlten, teils ehrenamtlichen Entwickler eingeschränkt. Dies hat schlussendlich auch zur "Massenabwanderung" von vielen OpenOffice-Freiwilligen geführt.

LibreOffice möchte diesen Problemen begegnen, indem es - aufgrund des sehr geeigneten, deutschen Stiftungsrecht - eine Stiftung hierzulande gründen möchte, die die Software unabhängig jeglicher Interessen wirtschaftlicher noder staatlicherseits stellen soll. Vor allem für öffentliche Einrichtungen, die den Wechsel des Marktführers zur freien Bürosuite gewagt haben oder wagen wollen, ist dies eine wichtige Eigenschaft.

Weiter soll die Software-Entwicklung nicht mehr von relativ wenigen Festangestellten getragen werden, die faktisch die Codebeiträge kontrollieren können. Es wird großer Wert auf Transparenz gesetzt, wodurch gehofft wird, wieder mehr Programmierer zur Mitarbeit bewegen zu können und auch die Verbreitungen dadurch zu erhöhen. Je mehr Transparenz vorhanden ist, desto besser steht es auch um die Vertrauenswürdigkeit eines Projekts. Für den Anfang hat dies schon gefruchtet. Mit der Hilfe neuer Programmierer soll unter anderem der zum Teil redundante, komplizierte und streckenweise schlecht wartbare Quellcode weiterentwickelt und optimiert werden. Weiter soll die Benutzbarkeit und Wartbarkeit durch eine Überarbeitung des Erstellungsprozesses deutlich verbessert werden.

LibreOffice 3.3 wurde einen Tag vor OpenOffice 3.3 veröffentlicht und lässt sich auf der Internetseite de.libreoffice.org herunterladen.

Wer die Unabhängigkeit (des Quellcodes) des größten freien Büropakets unterstützen möchte, kann sich jederzeit aktiv einbringen oder einfach von OpenOffice auf LibreOffice umsteigen. Da beide das OpenDocument-Format (ODF) benutzen, ist auch die Kompatibilität gewahrt.